Audio-Adventskalender mit Evernote basteln

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Notizen auf dem Smart-TV

Meist schreibe ich hier über eher nüchterne Dinge, wie man z. B. mit Evernote Steuerunterlagen sammelt oder den Vortrag für die nächste Tagung plant. Man kann mit der Software aber auch Spaß haben – und anderen eine kleine Freude bereiten. Nehmen wir an, Sie sind gerade auf einer Polar-Expedition und Ihre Familie zu Hause wartet auf Ihre Rückkehr an Weihnachten. Oder Sie sind durch einen entfernten Studienort von Ihrer Partnerin getrennt. Oder Sie gehören zu jenen Veteranen, die ein Modem unter Windows 3.11 zum Laufen gebracht haben und nun gehen bereits die ersten Enkel in den Kindergarten. Nehmen wir das letzte Beispiel: die Eltern der aufgeweckten Enkel verfügen natürlich über Smartphones, die Foto-Galerien werden schon lange auf dem Smart-TV betrachtet – warum dann nicht eine kleine Weihnachtsgeschichte von Ihnen? Mit Ihren Ideen und Ihrer Stimme? Die Audio-Funktion von Evernote ist nämlich wesentlich flexibler, als man das von anderen Anwendungen her gewohnt ist. Vor allem: Die Angelegenheit ist ausgesprochen rasch umgesetzt. Hier mal das Vorgehen an einem Beispiel erläutert.

1. Fotos, Bilderbücher, Comic-Hefte
Ob Sie nun selbst zeichnen, eigene Fotos verwenden oder ein Bilderbuch abfotografieren, das bleibt Ihren Fähigkeiten überlassen. Hier habe ich zu meiner Carl-Barks-Sammlung gegriffen und den Klassiker „Weihnachten für Kummersdorf“ [1] ausgesucht. Sie können Ihre gewohnte Foto-App verwenden oder greifen gleich zu Evernote-Skitch (Android und iOS), da Sie damit in einem Rutsch die Ränder beschneiden und das Ergebnis an Evernote übergeben können.

2. „Tonspur“ aufnehmen
Sie können direkt in den mobilen Apps (aber auch über die Desktop-Anwendung) Ihre Vertonung einsprechen. Mit dem Cursor gehen Sie einfach über oder unter das eingefügte Foto, tippen auf das Mikrofon-Symbol und sprechen Ihren Text. Das können Sie übrigens innerhalb einer Notiz beliebig wiederholen. Beispielsweise kann der Aufbau so aussehen:
a) Foto 1
b) Audio 1
c) Foto 2
d) Audio 2 usw.

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rasch aufgenommen

3. Das Adventskalender-Notizbuch
Für den Beschenkten geben Sie nun jenes Notizbuch frei, in das Ihre Kalender-Notizen wandern. Unter Windows: rechte Maustaste auf den Namen des Notizbuchs, Mail-Adresse des Empfängers eintragen, fertig. Damit bleibt der Inhalt auch privat. Alternativ könnten Sie das Notizbuch im Web freigeben (Rechte beachten), falls z. B. für Ihre ganze Pfadfinder-Gruppe „Fähnlein Wieselschweif“ die Einträge abrufbar sein sollen.
Damit nicht die Neugier siegt und der Empfänger gleich alle Einträge abruft, befinden sich in diesem Notizbuch nur die aktuellen „Türchen“. Dennoch können Sie direkt alle Tage vorbereiten: Dazu legen Sie die Beiträge in einem getrennten Notizbuch an und verschieben oder kopieren diese am entsprechenden Tag. Das muss zwar von Hand geschehen, aber Sie können jeden Tag mit einer Evernote-Erinnerung versehen. Dann erhalten Sie sowohl morgens [2] eine Mail von Evernote mit dem Notiz-Titel, z. B. „12. Dez. – Die Spannung steigt“ als auch die übliche Alarmmeldung Ihres Smartphones samt Direkt-Link zu Ihrer vorbereiteten Notiz. Ein kurzer Fingertipp oben auf das Notizbuchfeld (Notizbuch „Advent-Vorbereitung“ umstellen auf „Adventskalender“) – und schwupps wird der neue Eintrag für den Empfänger sichtbar.
Mehr noch: Sie können sogar den Notizen im geteilten Notizbuch Erinnerungen mit auf den Weg geben, so dass der Beschenkte daran denkt, die Notiz anzuschauen (z. B. immer abends nach dem Sandmännchen).

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Erinnerung per Mail und Smartphone-Alarm

4. Der Abruf der Kalenderblätter
Natürlich kann der Empfänger die Inhalte einfach auf seinem Smartphone ansehen und anhören. Bei Grafiken ist es aber schön, wenn man diese auf ein TV-Gerät mit großer Fläche überträgt. Selbst wenn man nicht über ein Smart-TV verfügt, erledigen das ja Chromecast, Fire-Stick oder Apple-TV. Hier macht sich eine zweite Besonderheit der Evernote-Audio-Funktion positiv bemerkbar: Sowohl bei der Aufnahme von Ton als auch beim Abspielen kann man weitere Aktionen in der Notiz ausführen. Beispielsweise kann man in einem Meeting eine Tonaufnahme starten und gleichzeitig weiter in der Notiz tippen (z. B. „Minute 3:00 – Chef spricht immer noch nicht über Weihnachtsgratifikation“). In unserem Beispiel bedeutet dies: Während der Ton läuft, kann die Ansicht der Grafik verändert werden – z. B. können Bildteile vergrößert und verkleinert werden. Die dünne Audio-Spur am oberen Bildschirmrand bleibt an der gleichen Stelle, sodass man jederzeit pausieren oder zurück spulen kann.
Dann viel Glück bei Ihrem Unterfangen – und gerne auch eigene Ideen in den Kommentaren posten!

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Jeden Tag ein Türchen mehr …

 

[1] „Gifts for Shacktown“, eingereicht von Carl Barks 1951. Übersetzt natürlich von der unvergessenen Dr. Erika Fuchs.
[2] Evernote versendet auf Wunsch morgens zwischen 5 und 6 Uhr die Termine des Tages in einer Mail an den Konto-Inhaber.

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