Battle of Todo: Evernote gegen Wunderlist

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Wer ist flotter?

Die neuen Erinnerungsfunktionen von Evernote haben zwei unterschiedliche Aufgabenfelder: Zum einen ist es für ein gutes Dokumenten- und Projektmanagement unerlässlich, dass Informationen mit Datum und Uhrzeit versehen werden können, z. B. um an die Verlängerung von Verträgen zu denken oder wenn es beim Schreiben von Artikeln gilt, bestimmte Deadlines einzuhalten (für diese erste Aufgabe hätte ein einfaches Zusatz-Datumsfeld in der Notiz genügt). Zum anderen gibt es in den mobilen Apps aber noch eine zweite Eingabevariante, die es in rascher Folge erlaubt, ToDo-Listen zu erstellen – völlig unabhängig davon, ob eine Notiz bereits existiert oder nicht. Diese Todo-Funktion erfüllt alle üblichen Basis-Kriterien solcher Apps: Fortlaufende Eingabe von Stichpunkten, auf Wunsch Datum und Uhrzeit anfügen, manuelle Sortierung durch einfaches Verschieben, das Löschen via Fingerwisch oder Häkchen usw. Kann man sich also den Einsatz einer zusätzlichen ToDo-App sparen, wenn einem für die alltägliche Listenerstellung diese Grundfunktionen genügen? Machen wir den Test mit einer der beliebtesten Todo-Apps: Wunderlist.

Die Aufgaben

Damit man nun nicht Äpfel mit Birnen vergleicht blenden wir mal alle Sonderfunktionen aus – Evernote ist keine Todo-App und Wunderlist kein Dokumentenmanagement. Dafür führen wir die tupfengleiche Abfolge durch, wie sie in der Praxis oft vorkommt – und messen die Zeit!

  1. Start beider Apps. Hier ist Evernote im Nachteil, da Wunderlist sofort mit dem Eingabefeld startet und man bei Evernote drei Tipps durchführen muss, bis man den ersten Stichpunkt eingeben kann.
  2. Eingabe einer fortlaufenden. Das ist ziemlich vergleichbar – Stichpunkt tippen, auf „weiter“ tippen, nächster Stichpunkt
  3. Bei der Stichpunkteingabe bereits ein Datum vergeben. Hier hat Evernote die Nase vorn, da es den entsprechenden Auswahlpunkt bereits beim Eingabefeld anführt. Bei Wunderlist muss man zunächst die Eingabe abschließen und den Stichpunkt nochmals wählen.
  4. Nachträgliches Hinzufügen eines Datums bei einem Listenpunkt. Wieder bei beiden Apps ähnlich.
  5. Manuelles Sortieren der Einträge – alle Lebensmittel oben. Schenkt sich nicht viel.
  6. Löschen aller 6 eingegebenen Listeneinträge. Geht vergleichbar rasch.

Der Ablauf

Konkret sah das bei meinem Test so aus:

  1. Aufruf der App.
  2. „Brot“
  3. „Reinigung“ mit gleichzeitiger Termineingabe „morgen“.
  4. „Milch“
  5. „Udo anrufen“
  6. „Eier“
  7. „Tomaten“
  8. Bei „Udo anrufen“ Termin vergeben „übermorgen“.
  9. Ziehen der Punkte „Milch“, „Eier“ und „Tomaten“ unter „Brot“
  10. Löschen aller sechs Punkte.

Das Ergebnis

Und wer erledigt die Aufgabe nun schneller? Das war für mich dann doch eine kleine Überraschung, denn bei beiden Apps habe ich genau 1:58 gebraucht (wobei ich nicht ausschließen will, dass ein Wunderlist-Profi da noch einen Tick schneller sein kann). Bei zwei Wiederholungen hatte mal diese, mal jene App mit einer Sekunde die Nase vorn. (Interessant wäre noch, wie das unter Android aussieht.)

Fazit

Wenn man oft und vor allem unterschiedliche Listen anlegt, Listen teilen möchte, Punkte mit Lesezeichen versehen möchte usw. sollte man ruhig bei einer speziellen ToDo-App wie Wunderlist bleiben. Schnell gestartet, läuft flüssig und rund. Allerdings hat man alle Listeninformationen damit an einem zweiten Ort und muss immer an das „Nachschauen“ bzw. zusätzliche Synchronisieren denken.

Setzt man hingegen ohnehin Evernote ein und will im Todo-Bereich hauptsächlich rasche Einkaufs- oder Erinnerungslisten pflegen, so fährt man mit den eingebauten Funktionen von Evernote nicht schlecht. Man spart sich damit die zweite App und hat – da man Evernote ohnehin synchronisiert – alle Merkpunkte auf allen Systemen (Windows wird ja noch nachgerüstet) sichtbar.

 

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13 Antworten

  1. charly sagt:

    Ich find hier fehlt eine wichtige App – in dem Vergleich. Als einzige „echt“ ToDo-App gehört hier eigentlich RTM (Remember the Milk) auch verglichen – Wunderlist ist zwar optisch ganz schön, aber von den Funktioen her bei weitem nicht so umfangreich.
    RTM bietet die Möglichkeit einer Verknüpfung mit den Evernote-Erinnerungen – und das ist echt genial!

    • Redakteur sagt:

      Ja, RTM ist prinzipiell sehr gut. Aber wenn ich es richtig sehe, kann man in der kostenlosen Variante nur 1 Sync alle 24 Stunden vornehmen? Ob man da gleich 21 Dollar Jahresbeitrag zahlen will, wenn es hauptsächlich um einfache Listen geht?

  2. Ralf Schiering sagt:

    Was meinst du mit 2. Eingabevariante in der mobilen APP?

    Fragt neugierig, Ralf

  3. Werner sagt:

    Ich finde für Erinnerungen an bestimmte Dinge, oder den berühmten Einkaufszettel immer noch die IOS- und OSX-Standardapp „Erinnerungen“ am praktischsten und schnellsten. Zudem können Listen einfach an andere User freigegeben werden.
    Bei mir wird zB die Einkaufsliste gleichzeitig von mir und meiner Frau benutzt, so ist jeder absolut up to date.
    Wie es in der Windows-/Androidwelt aussieht kann ich natürlich nicht beurteilen.

    Ciao Werner

  4. Michael sagt:

    Also ich habe Evernote bereits genutzt als ich nur einen PC (heute Mac) hatte und bin daher in Sachen iOS bei den GTD-Tools sofort auf Wunderlist gewesen. Heute fahre ich beide Apps/Programme gleichzeitig und machen die reinen To-Do-Sachen in Wunderlist, die Deadlines für Artikel usw in Evernote, was recht gut funktioniert.

    Toll wäre natürlich, wenn auch bei Wunderlist (andere Apps haben das schon) ein Syn mit Evernote eingeführt wird, sowas könnte ich echt gut brauchen. Mein zweiter Wunsch wäre dann eine Location-based-Reminder-Funktion bei beiden Diensten.

  5. Tobi sagt:

    Ein Sync wird nicht kommen. Die 6Wunderkinder konkurrieren ein wenig mit Evernote und umgekehrt und daher wird es bestimmt keine Schnittstelle geben.

    @Michael: was meinst du mit Deadlines für Artikel? Die kannst du doch auch als To-Do bei Wunderlist eintragen, oder?

    Gruß aus Hamburg

    • Michael sagt:

      Hmmm, sowas hab ich mir schon gedacht…

      Ja, hab ich früher gemacht, das mit den Deadlines in Wunderlist, aber seit es die Reminders bei Evernote gibt habe ich die Erinnerung lieber direkt beim Artikel, den ich ohnehin in Evernote schreibe, also (wie vorher) die Erinnerung in Wunderlist mit einem Link zur Evernote-Notiz ….. aber das ist reine Geschmackssache. Bloße To-do-Listen leg ich mir dafür wieder lieber in Wunderlist an, ist aber letztlich auch bloße Gewohnheit.

  6. Gero M. sagt:

    Der doppelte Klick um das Datum einzutragen (Punkt 3 Deines Tests) ist nur bei der mobilen Wunderlist-App erforderlich, am PC klappt es mit einem, denn auch da ist rechts vom jeweiligen Stichpunkt die Datum-Eingabe möglich.

    Obwohl ich ein Evernote-Fan bin, benutze ich für Aufgaben vorzugsweise Wunderlist. Mit dem passenden Widget sehe ich auf dem Homescreen meines Smartphones sofort alle Einträge (z.B. für HEUTE) ohne erst eine App zu starten. Und die Synchronisation zwischen PC und Handy klappt auch ganz gut.

  7. Alejandro sagt:

    Vielen Dank für den hilfreichen Vergleich. Ich sehe schon, ich muss mich noch mehr mit Evernote befassen. 🙂

  8. Frank sagt:

    Man darf nicht vergessen das Evernote keine Todo App ist, es ist immer noch eine Notizzettel App. Reminder funktionieren ja auch nur per Notiz und nicht pro Aufgabe bei einzelnen Checklisten Einträgen.
    Wenn man keine Erinnerungen benötigt und einfach nur eine Abhakliste funktioniert Evernote aber super schnell.

    Bei Evernote muss man auch daran denken das Offline Notizbücher nur in der Bezahlvariante unterstützt werden. Auf mobilen Geräten hat man nur das was im Cache ist bzw. seit der letzten Synchronisation. Das bedeutet das unter Umständen auch Daten fehlen können wenn keine Internetverbindung besteht.
    Wenn man viel unterwegs ist wo Internet nicht vorhanden ist kann das ein Problem sein wenn man den kompletten Offline Zugriff braucht.

    Man muss schon genau unterscheiden was man konkret machen will.
    Für mich ist Evernote als Todo App zu eingeschränkt und wird auch schnell sehr unübersichtlich wenn man wirklich für eine Todoliste einzelne Notizen mit Erinnerungen benutzen will/muss.
    Selbst Einkaufslisten gehen in Apps wie Wunderlist, RTM, Todoist etc. meiner Meinung nach besser zu machen.

  9. Michael sagt:

    Ein Nachtrag zu GTD-Listen (also unter anderem auch zu Wunderlist): ich nehme jetzt gerade an der Beta von ZEI – http://timeular.com – teil, quasi ein semi-analoges Timetracking … bin schon gespannt, wie es wird … allerdings geht es da für mich mehr in Richtung Pomodoro-Methode und Co, aber zB Wunderlist wird eben auch unterstützt

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