Brandneu: „Evernote Slipstream“ für den eigenen Server!

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Die neue Evernote-Ansicht – „stromlinienförmig“

Schon lange haben viele Evernote-Anwender den Wunsch, das Programm auf dem eigenen Server laufen lassen zu können. In Zeiten von NSA und anderen Geheimdiensten fühlt man sich so einfach ein Stück „sicherer“. Zwar gibt es bereits kleinere Tools – wie z. B. die „Note Station“ -, die in diese Richtung gehen, aber sie bieten bei weitem nicht den gewohnten Funktionsumfang

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Hardware gleich dabei

Evernote hat nun angekündigt, bereits im Juni ein Produkt mit dem Namen „Evernote Slipstream“ auf den Markt zu bringen, das genau diesen Bedürfnissen entspricht. Dabei soll es sich nicht nur um die Software handeln, sondern – ähnlich wie bei Moleskine – wird eine Kooperation mit einem führenden Hersteller von NAS-Geräten eingegangen. Den Hersteller will man im Moment noch nicht nennen, aber erste Produkt-Abbildungen lassen vermuten, dass es ähnlich wie bei der ScanSnap-Evernote-Edition eine branded Version eines bestehenden Geräts sein wird.

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neu: TimeBandit

Zurück zur Software, die nicht ohne Grund den Namen „Slipstream“ trägt. Zachary Quinto, Hauptentwickler für die Server-Sparte bei Evernote, erklärt in einem Interview: „Unser Ziel war nicht die einfache 1 : 1 Übertragung des überholten ‚Notizbuch-Konzepts‘, dem wir momentan noch in unserem Hauptprodukt folgen. Wie bereits bei Evernote-Penultimate geschehen wollen wir die Trennung von Text und Gedanken aufheben und deutlich ’nahtloser‘ darstellen. Eine besondere Rolle nimmt dabei unser neues ‚TimeBandit‘-Konzept ein.“

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Zeit-Anker

Gemeint ist damit eine Art „Zeitband“ am Rand der Notizendarstellung, das zunehmend die Rolle, die bisher Notizbücher und Schlagwörter eingenommen haben, ersetzen soll. Quinto weist darauf hin, dass sich Information dynamisch entwickle und dass daher ein „Zeitstrahl“ sehr viel deutlicher Information abbilden könne, als dies durch Notizbücher der Fall sei, deren Analogie noch aus dem Papierzeitalter stamme.

Neu ist auch das implementierte Grafik-Modul, ebenfalls ein Wunsch, der schon lange von den Nutzern geäußert wurde und durch die zunehmende Verbreitung von Tablets Sinn macht (erst gestern wurde der neue Evernote-Jot-Script 2 vorgestellt). Handschrift, Skizzen, ausgefeilte Zeichnungen sind jetzt auch in der Desktop-Anwendung dank der vektororientierten Tools (übrigens: in Kombination mit OCR!) ein Kinderspiel.

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neues Zeichenmodul

Insgesamt finde ich die Beta-Version, die ich in den letzten Wochen ausprobieren konnte, recht überzeugend. Da aber noch nicht alle Funktionen implementiert sind, gibt es einen ausführlicheren Bericht zu einem späteren Zeitpunkt.

Ein letztes Schmankerl habe ich aber noch: Über Skype konnte ich auch ein längeres Gespräch mit Anton Yelchin von der Marketing-Abteilung führen. Über diesen doch recht radikalen Umschwung von einem Cloud-Dienst zu einem serverorientierten Dienst war ich doch etwas überrascht, so dass mich die Beweggründe interessierten. Yelchin bestätigte meine Vermutung: Nach Snowden war insbesondere in Europa der Markt von Business-Anwendern, die zu Evernote griffen, hm, sagen wir mal: „zögerlicher“ geworden. Zwar hat Evernote dem durch seinen Europa-Sitz in Zürich bereits Rechnung getragen, wird nun aber seine Abteilung für die Server-Betreuung von „Evernote Slipstream“ nach Deutschland verlagern! In Wittmund, Ostfriesland, konnte man einen älteren Bauernhof so umbauen, dass dort künftig der Schotte Billy Connoly und der Finne Mauri Antero Numminen die kleine Außenstelle leiten werden. Zugleich habe man in dieser strukturschwachen Gegend durch die Einrichtung eines Call-Centers für den Support immerhin 8 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Dann schauen wir mal, was dieses Jahr noch so bringen wird …

PS: Ganz am Schluss unserer Skype-Sitzung fragte ich Anton noch, ob Slipstream auch als Reaktion auf die Bemühungen von OneNote zu sehen sei. Er meinte, man könne es durchaus als Geste in Richtung Microsoft deuten: „Talk to the hand, ‚cos the face ain’t listening“ [1] wie er in seiner typisch humorvollen Weise ergänzte.

[1] In Deutschland aus dem Anfang von Terminator 3 bekannt: „Sprich zu der Hand …“

//Bei diesem Beitrag handelte es sich um einen dieser völlig unsinnigen Aprilscherz-Artikel – sorry. Den Stift gibt es aber wirklich. Und die technischen Hintergründe von Slipstream werden hier erklärt.//

 

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