Datei-Management mit Belvedere

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alles automatisch

Dass Evernote beliebige Ordner überwachen und dort gespeicherte Dateien automatisch in eine Notiz aufnehmen kann [1], ist eine überaus praktische Angelegenheit. Wenn man beispielsweise viele Dokumente scannt, muss man Evernote nur sagen, auf welchem Pfad die Dateien landen und in welches Notizbuch sie importiert werden sollen.

Aber es geht noch ausgefeilter, was besonders für Leute interessant sein dürfte, die sehr viel mit unterschiedlichen Programmen arbeiten: Man nehme ein Tool, das automatisch Dateien in beliebigen Ordnern aufspürt, diese kopiert, umbenennt, verschiebt usw. Für die Mac-Leute gibt es da eine tolle Sache: Hazel von Noodlesoft (25 $). Das Teil hat tausend Optionen und kann wohl sogar so raffinierte Dinge, wie bei eingescannten Dokumenten via OCR Begriffe („Stadtwerke Ulm“) und die Datei entsprechend umzubenennen („stadtwerke-2013-01-01.pdf“). Da ich aus der Windows-Ecke komme, habe ich nach einem Gegenstück gesucht – gibt es, ist klein, flink, kann auch recht viel – und ist sogar kostenlos!

Belvedere nennt sich das Werkzeug, von einem Lifehacker-Mitarbeiter programmiert, der sich – nach eigenen Angaben – Hazel zum Vorbild genommen hat. Die Grundidee ist einfach: Man kann Ordner benennen und in diesen Ordnern nach einer Reihe von Kriterien Dateien ausfindig machen – nach Zeitraum, Erweiterung, Teile von Dateinamen, Dateigröße usw. Diese Kriterien lassen sich kombinieren, also etwa „Suche im Browser-Download-Verzeichnis alle Bilder, die entweder die Dateiendung jpg oder gif aufweisen und in den letzten 14 Tagen runtergeladen wurden“.

Anschließend sagt man dem Programm, was es mit den aufgestöberten Dateien tun soll, z. B. „Alle kleine Dateien, die älter als 2 Monate sind, kannst Du in den Papierkorb verschieben“. Oder „Kopiere die aktuelle Evernote-Datenbank in den Dropbox-Ordner ‚Backup'“ usw.

Die Möglichkeit, bei diesen Vorgängen auch zugleich Dateien umzubenennen, dürfte für einige Anwender von besonderem Interesse sein. Wir hatten ja beim Artikel „Dokumente per Nummer erfassen“ eine längere Diskussion, dass man ein-eindeutige Dateinamen via Timecode erzeugen kann. Mit Belvedere können solche Namensvergaben automatisiert werden.

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umbenennen mit vielen Optionen

Für die Nutzung mit Evernote kann man sich viele Varianten einfallen lassen. Bringt man z. B. im gespeicherten Dateinamen die Buchstabenfolge „ever“ unter, so verschiebt Belvedere diese Datei zu einem Evernote-Import-Folder – egal, ob man die Datei im Dokumenten- oder  Download-Ordner gespeichert hat. Oder man gibt direkt das Ziel-Notizbuch an „ever-foto“ landet im Import-Ordner für das Foto-Notizbuch, „ever-doku“ im Dokumentenordner usw.

Oder wenn der Scanner auf unterschiedlichen Verzeichnissen oder in unterschiedlichen Formaten speichert (mal JPG, mal PDF usw.) – mit Belvedere lassen sich die Verzeichnisse durchsuchen und die entsprechenden Dateien in den entsprechenden Evernote-Ordner verschieben.

Für Tüftler gibt es noch eine Reihe weiterer Aktionen, so kann z. B. automatisch die verschobene/kopierte Datei in ein Zip-Archiv umgewandelt werden. Sogar eine Growl-Anbindung ist vorhanden, aber da fängt es dann schon an, ein wenig nerdy zu werden 😉

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Rename-Parameter

[1] Bei der Windows-Version ist das schon längere Zeit eingebaut, kommt sicher auch bei der Mac-Variante, aber da kann man sich ja mit Apple-Scripts behelfen.

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4 Antworten

  1. Chris sagt:

    „Dass Evernote beliebige Ordner überwachen und dort gespeicherte Dateien automatisch in eine Notiz aufnehmen kann“ — wie geht das bitte?

  2. Joachim sagt:

    Unter windows8.1 will Belvedere nicht laufen.
    Es bricht ab mit der Meldung: „Could not close the previous instance of the script“

  3. Paro sagt:

    Irgendwie bin ich blind und finde den Download auf der lifehacker Seite nicht – kann jemand helfen?

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