Der Doppel-Karton-Scanner

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Scanner-Funktion

Vor längerer Zeit habe ich ja den „Kleiderbügel-Scanner“ für umfangreichere Scan-Projekte vorgestellt. Diesmal geht es um den täglichen Kleinkram wie z. B. Kassenbons, Rechnungen, Visitenkarten. Natürlich gibt es sehr ordentliche Leute, die immer zeitnahe alles sofort einordnen – auch für diesen Personenkreis gab es hier schon Beiträge, z. B. die Sache mit dem Nummern-Stempel. Diesmal soll es um die eher etwas chaotisch veranlagten Evernote-Nutzer gehen, die sich am liebsten gar nicht mit dem Papierkram beschäftigen – aber die nächste Steuererklärung kommt bestimmt. Mein Vorschlag: Greifen Sie zum Doppel-Karton-Scanner!

1. Karton Nr. 1
Dieser Karton muss folgende Bedingungen erfüllen:

  • Er sollte etwas größer als DIN-A4 sein, damit er auch Unterlagen im Umschlägen aufnehmen kann.
  • Eine dunkle und matte Oberfläche ist ideal. Falls nicht zur Hand tut es eine andere Farbe, dann aber einen Bogen dunkles Papier, z. B. Tonpapier aus dem Bastelgeschäft, mit in den Karton geben.
  • Nicht zu hoch, die Schachtel soll lediglich Belege und Papiere von 1 – 2 Wochen aufnehmen.

2. Karton Nr. 2
Nach Möglichkeit die gleiche Größe wie Karton Nr. 1, damit die beiden Schachteln stapelbar sind. Und er sollte sich farblich etwas unterscheiden, damit nichts verwechselt wird.

3. Das Vorgehen
Vor einiger Zeit haben die Smartphone-Apps von Evernote eine zusätzliche Funktion erhalten: die sogenannte „Seiten-Kamera“. Fotos konnte man schon immer mit den Apps aufnehmen und archivieren, nun hat man durch die Seitenkamera noch eine zusätzliche Scan-Funktion erhalten.

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die Scan-Funktion

Die Besonderheiten dieser Funktion: Aufnahmen werden perspektivisch entzerrt, Sie erhalten also ein „gerades“ Bild, selbst wenn das Smartphone nicht ganz parallel gehalten wird. Weiterhin wird der Kontrast erhöht, so dass das Ergebnis eher einem normalen Scan gleicht, der sich gut ausdrucken lässt, denn einem Farbfoto.

Vor allem aber: Die Ränder werden werden automatisch beschnitten. Die Vorlage muss nur im helleren Rechteck der Aufnahme liegen, den Rest erledigt Evernote automatisch. Damit der Schnitt auch bei unterschiedlichen Vorlagengrößen exakt ist, z. B. kleinen Kassenabschnitten, Flyern und normalen Briefbögen, muss das helle Papier auf einem möglichst dunklen Untergrund liegen.

Und jetzt wird es ganz einfach: Während der Woche kommen alle Unterlagen in den Karton Nr. 1, die Sie in Evernote archivieren möchten. Wenn Sie dann z. B. am Wochenende Zeit haben, genügt es, den Deckel vom Karton zu nehmen und die Papiere der Reihe nach auf den Deckel zu legen (alternativ nehmen Sie den vorhin erwähnten dunklen Papierbogen). Dabei müssen Sie nicht besonders sorgfältig vorgehen, Evernote richtet auch „schräge“ Vorlagen korrekt in der Notiz aus, sogar verknitterte Vorlagen werden meist recht gut gescannt. Der Scanvorgang kann also recht flott geschehen. Sobald die Vorlage in Evernote aufgenommen wurde, wandert sie in den zweiten Karton. So geraten Sie nicht durcheinander („Was habe ich denn nun schon in Evernote?“) und können die eigentliche physikalische Ablage in Ordnern auf die langen Winterabende verschieben. [1]

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für den Alltag ausreichend

[1] Beim iPhone erzielt man mit der eingebauten Evernote-Scan-Funktion recht gute Ergebnisse, bei Android-Besitzern hört man gemischte Meinungen, evtl. weil nicht jedes Android-Smartphone eine Kamera mit Autofokus besitzt. In diesen Fällen kann man auf eine der vielen kostenlosen Scan-Apps ausweichen, die meist auch mit Evernote zusammen arbeiten.

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6 Antworten

  1. Torben sagt:

    Guten Morgen, sehr interessant.

    Zitat:
    „Vor einiger Zeit haben die Smartphone-Apps von Evernote eine zusätzliche Funktion erhalten: die sogenannte “Seiten-Kamera”. Fotos konnte man schon immer mit den Apps aufnehmen und archivieren, nun hat man durch die Seitenkamera noch eine zusätzliche Scan-Funktion erhalten.“

    Auf Android ist diese Funktion auch vorhanden, allerdings ein bisschen versteckt.
    Beim Aufrufen einer neuen Notiz sieht man oben in der Zeile ein „Plus-Zeichen“,
    durch klicken öffnet sich ein Dropdown-Menü und dort gibt es den Punkt: „Seitenkamera“.

    MFG
    Torben

  2. Maria sagt:

    Guter Beitrag! Wie schlägt sich denn die Seitenkamera von Evernote im Vergleich zu einer Scan-App wie zum Beispiel Prizmo?

  3. Ralf Borutta sagt:

    Na ja, diese Funktion ist ja ganz nett, aber doch ein ziemliches Sensibelchen. Ich brauche mit der Androidversion öfters mal neu Anläufe bis die Automatik greift.

    Übrigens ist die Benutzung des + Zeichens nicht notwendig, da ein entsprechender Button auch direkt in der FotoApp auftaucht.

    cu, Ralf

  4. erwin sagt:

    beim iphone den lautstärke knopf vom headset als fernauslöser benutzen im photomodus
    dann verwackelt es nicht so

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