Evernote für Historiker und Theologen

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alte Schrift in neuen Medien

Viele Anwendungen können eine Texterkennung bei gängigen Dokumenten durchführen: Briefe, Flyer oder Taschenbücher stellen kein Problem dar. Allerdings – bei „alten“ Schriften scheitern derartige Programme oft. Dabei war z. B. die Fraktur-Schrift der „Standard-Font“ über vier Jahrhunderte (16. Jhd. bis Anfang 20. Jhd.). Ob man sich nun um die Stadtgeschichte seines Ortes kümmert, Geschichtslehrer an einer Schule ist oder als Theologe zum bevorstehenden Luther-Jubiläum zu Literatur aus vergangenen Zeiten greift – eine Archivierung in Evernote bietet sich an. Leicht lässt sich das Foto einer Buchseite mit Meta-Daten ergänzen: Standort, Literaturangaben, Quellen usw.

Aber richtig interessant für die erwähnten Interessentengruppen wird die Fähigkeit von Evernote, derartige Schriften zu erkennen! Die Texte solcher Bücher werden durch Evernote automatisch durchsuchbar gemacht, sobald z. B. ein Scan oder ein Foto in einer Notiz landet. Weiterhin kann man die Annotationstools von Evernote nutzen, um Passagen zu kennzeichnen – ohne dass man das wertvolle Original beschädigen müsste.

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Der Text in der E-Book-App „Marvin“ …

Aber es geht noch besser: Seit heute bietet die iOS-App „FineScanner“ nicht nur die Erkennung von insgesamt 192 Sprachen (statt den bisherigen 43) an [1], auch Fraktur wird jetzt erkannt (Einstellung „Altdeutsch“, Abbyy hat noch einige weitere Verbesserungen vorgenommen – eine echte Empfehlung). Ich hatte ja schon in einem früheren Beitrag beschrieben, wie man mit dieser App Bücher vom Dachboden wieder lesbar machen kann („Vergilbte Bücher in E-Books verwandeln“). Auf die gleiche Weise lassen sich nun also Geschichtsbücher in eine moderne Schrift verwandeln. Da FineScanner neben ePub, PDF und TXT auch Formate von Word (doc und docx) oder OpenOffice (odt) beherrscht, lassen sich so beispielsweise sehr schnell Arbeitsblätter für Schüler erstellen, die sonst ihre Probleme mit dem Lesen der Schrift hätten.

Und immer wieder schick: Das Überspielen des erzeugten E-Books auf den eigenen E-Reader … das hat was 😉

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… und auf dem Kindle.

Bildquelle: Als Vorlage diente mir diesmal ein 1926 erschienenes Buch – „In den Fußspuren des großen Arztes“ – einer kleinen Religionsgemeinschaft, der auch jener Mr. Kellog angehörte, dem wir die Erfindung der Frühstücksflocken verdanken – aber das wird jetzt niemanden interessieren … 😉

PS: Es sei noch schnell auf 2 neue Evernote-Artikel von Horst verwiesen: 1. „Farbige Kennzeichnungen in Evernote“ und 2. „Evernote-Notiz mit Kalender“.

[1] Darunter manch exotischen Dialekt, z. B. Karakalpakisch (wie wir alle wissen handelt es sich dabei um eine Untergruppe der kiptschakischen Sprachen).

 

 

 

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