HP-Envy-Serie – ein Drucker in papierlosen Zeiten?

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65 Euro – und passt ins Regal

Tatsächlich benötige ich seit fünf, sechs Jahren nur noch sehr selten einen Drucker. Inzwischen habe ich mit rund 15.000 Dokumenten praktisch mein gesamtes Archiv digitalisiert, der größte Teil liegt in Evernote, ein kleinerer Teil verschlüsselt auf meinem Synology-NAS, mein iPad-Air sorgt dafür, dass ich überall auf der Welt lesefreundlich Zugriff auf die Dokumente habe. Mein Finanzamt will schon lange kein Papier mehr sehen, Forschung und Lehre an der Hochschule erfolgen fast nur noch über digitale Kanäle usw.
Natürlich gibt es aber weiterhin Alltagssituationen, in denen ein Drucker benötigt wird: Ein Webseiten-Ausdruck für den Briefkasten des Nachbarn, schnell noch eine Workshop-Teilnehmerliste für Unterschriften. Oder das nette Foto aus WhatsApp, das man mal eben randlos ausdruckt, ohne zum Drogeriemarkt laufen zu müssen. Und tatsächlich drucke ich für meine 6-Monate-Planung 2 x im Jahr einen Kalender aus, um rasch mit Stift und Marker entlang der Feiertage meine Termine zu planen (die dann natürlich in das digitale Gegenstück wandern).
Eigentlich erfüllt noch immer mein Canon-Pixma-Netzwerkdrucker seine Dienste, aber er ist in die Jahre gekommen und „rödelt“ ewig, bis er mal die Seite auswirkt. Werde ich jetzt über das Schwarze Brett unserer Uni an einen Studenten verschenken. Geholt habe ich mir für 65 Euro einen von HP mit sehr viel Technik-Schnick-Schnack. Für diejenigen, die gerade selbst mit dem Gedanken eines Druckerkaufs spielen, sind meine Überlegungen vielleicht eine kleine Hilfe. (Aber ich bin kein „Tester“, andere Firmen werden auch gute Drucker haben 😉 )

Duplex-Druck, WLAN und Wi-Fi-Direct, iOS und Android – alles drin

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Evernote-Druck

Schon länger nimmt in der Amazon-Liste der HP-Drucker Platz 1 ein, auch in der aktuellen Mac Life (04/2017) trug er den Testsieg davon. Für mich als „Nicht-Techniker“ schon mal positive Zeichen. Dazu kommen die geringen Anschaffungskosten (65 Euro – zu den Kosten für die Tinte unten mehr). Aber besonders wichtig waren für mich persönlich folgende Punkte:

  • Gute Remote-Steuerung via App (iOS und Android): Ich muss also den PC nicht einschalten, um etwas ausdrucken. Und umgekehrt kann ich die Scan-Funktion mit dem Smartphone nutzen und direkt an beliebige Empfänger oder Apps weiterleiten.
  • Schneller Start: Auch aus dem Standby-Modus beginnt der Druck nach ca. 5 – 7 Sekunden.
  • Guter randloser Druck für Fotos.

Nicht ganz so wichtig, aber Nice-to-have:

  • Duplexdruck: Kein Aufsatz wird benötigt. Tatsächlich ist dieser in dem flachen Gehäuse integriert. Der „Wiedereinzug“ für die Rückseite ist – verglichen mit meinem Canon – ausgesprochen flott. Und: Auch mein Smartphone kann den Duplexdruck nutzen.
  • Eigene Drucker-Mail-Adresse: Man kann seinen Drucker mit einer HP-Mail-Adresse nach Wahl versehen, z. B. „klaus-zu-haus@hpeprint.com“ [1]. Wenn man also im Zug einen Anruf erhält nach dem Muster „Schatz – endlich ist der Handwerker da! Der benötigt aber Deine Skizze mit den Anschlüssen! Und zwar sofort – sonst geht er wieder!“ So kann man antworten: „Liebling, geh einfach zum Drucker – in 5 Sekunden liegt dort die gewünschte Zeichnung.“ Lächelnd öffnet man seine Evernote-Notiz, wählt „per Mail versenden“, tippt die ersten Buchstaben der Kontaktdaten „kla…“ – und schwupp startet 500 km entfernt der eigene Drucker zu Hause.
  • Konfiguration des Menüs am Druckerdisplay: Hier kann man einige Einstellungen vornehmen, für Evernote zeige ich gleich ein Beispiel.

Zusammenarbeit mit Evernote

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HP-App an Evernote

Vor einigen Jahren noch hätte ich gesagt, dass mir ein spezieller Evernote-Button auf dem Druckerdisplay für den Scan lieb wäre (oder man zumindest dort die Evernote-Mail-Adresse als Empfänger eingeben können sollte). Doch das klappt heute via App schneller und vielfältiger – ob Notizbuch oder Schlagwörter, ob PDF- oder Image – alles lässt sich völlig ohne Einschalten eines Computers mit ein paar Fingertipps erledigen. Auch für andere Cloud-Dienste gibt es in der App eine Reihe von Einstellmöglichkeiten.

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App: frei konfigurierbar

Ebenso gibt es für den Desktop-Computer diverse Konfigurationsmöglichkeiten. So kann das Menü am Druckerdisplay konfiguriert werden. Für Evernote bietet es sich an, die Einstellungen z. B. des Punkts „Alltäglicher Scan“ anzupassen:

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schneller Evernote-Import

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Pfad konfigurieren

Hier tragen Sie einen beliebigen Ordner ein, den Sie auch in den Evernote-Import-Einstellungen (Windows) vorgeben. Zugleich entfernen Sie das Häkchen vor „Dialogfeld ‚Speichern unter‘ anzeigen“ und kreuzen an „Keine Aktion“. Nun müssen Sie künftig nur das Dokument auf den Scanner legen, „Alltäglicher Scan“ auf dem Display auswählen – und sofort erscheint die PDF-Datei fix und fertig in Evernote, ohne dass Sie irgendwelche Zwischenschritte vornehmen müssten [2].

Licht und Schatten

Bei Tintenstrahldruckern schon immer der größte Kostenfaktor: die Tinte. Früher ging die Rechnung der Hersteller auch auf: Drucker möglichst günstig verkaufen, Gewinn im Laufe der Zeit durch die Tintenpatronen einfahren. Auch die beiden Patronen von HP sind mit je 14 Euro kein Schnäppchen, aber eigentlich will HP ein „Tinten-Abo-Modell“ bekannt machen (Instant Ink, ab ca. 3 Euro monatl.), das angeblich bis zu 70 % der Kosten sparen soll. Das ist sicher Marketing, aber ein bisserl was sparen kann man wahrscheinlich [3]. Die Seitenkosten beim normalen Patronenkauf gehen Richtung 15 Cent, was happig ist, wenn man größere Mengen druckt. Da gibt es mit Sicherheit andere Modelle, die einen günstigeren Seitenpreis haben (oder man nimmt gleich einen Laserdrucker). Wenn man hingegen 95 % seiner Aufgaben auf digitalem Weg erledigt und nur ab und zu etwas druckt, dann rechnet sich das durch die geringen Anschaffungskosten schon eher.

Zur Druckqualität: Hier schließe ich mich nicht ganz der Begeisterung auf Amazon an. Der Textdruck ist „gut“, aber aus meiner Sicht nicht „sehr gut“. Bei Fotos spricht HP von „Laborqualität“, das ist nicht der Fall. Die Fotos werden „matter“ gedruckt, als ich das von meinem Canon gewohnt bin (allerdings immer noch in einer guten Qualität). Vielleicht macht da auch das verwendete Papier etwas aus.

Nun, dafür gibt es ein kleines Zuckerl beim Stellplatz: Passt tatsächlich einigermaßen in ein Ordner-Regal (5 – 6 cm Überstand), der Scan-Deckel kann trotzdem auch für Bücher genügend angehoben werden (siehe Foto oben).

[1] Bei der Installation gibt es eine lange Zahlenreihe für die Mail-Adresse, die kann man ändern. Man kann die Verwendung dann auch einschränken, z. B. nur für bestimmte Absender. Und man kann jederzeit weitere Umbenennungen vornehmen.

[2] Die HP-Software kann auch eine mehrseitige PDF-Dokumente erzeugen – dazu müssen Sie sich aber auf dem Computer das Dialogfeld anzeigen lassen.

[3] Momentan scheint man die ersten 5 Abo-Monate geschenkt zu bekommen, Kündigung jederzeit möglich – aber keine Ahnung, ob das eine zeitlich befristete Aktion ist.

 

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2 Antworten

  1. Hermann sagt:

    Wie hast du das verschlüsselt auf dem NAS realisiert?

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