PDF-Dokumente ergänzen

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Möglichkeiten nutzen

Viele meiner Studenten gestalten ihre Klausurvorbereitungen mit Bergen von Papier und Leuchtmarkern. Obwohl Vorlesungsskripte seit vielen Jahren nur noch digital zur Verfügung gestellt werden. Prinzipiell ist gegen diese Art der Vorbereitung auch nichts einzuwenden, aber oft werden die zahlreichen Möglichkeiten übersehen, Dokumente von Anfang an besser aufzubereiten. Ich habe schon an etlichen Stellen Evernote als hilfreiches Recherche- und Ablagesystem für ein Studium beschrieben, heute kümmern wir uns mal um die Frage, ob man nicht von Anfang an „hilfreichere“ Dokumente speichern kann. So gibt es für alle Tablet-Systeme – ob nun Windows 8, Android oder iOS – Apps mit zahlreichen Zusatzfunktionen, die sich als nützlich für unser Vorhaben erweisen können. Da ich ein iPad verwende, illustriere ich das am Beispiel der recht guten App „GoodNotes 4.3“.

Zwischen den Zeilen
Recht viele Apps bieten die Möglichkeiten, gewohnte Markierungen, Unterstreichungen usw. in PDF-Dokumenten vorzunehmen. Hier spielt ein Tablet auch seine Vorteile gegenüber Papier aus: durch die Zoom-Möglichkeiten kann man auch bei Seiten mit wenig Leerraum Einfügungen vornehmen. Im Falle von GoodNotes sogar im Vektor-Format, so dass später auch auf dem Bildschirm kleinste Einfügungen ohne Verluste vergrößerbar sind. Eine automatische Handballen-Erkennung sorgt dafür, dass man ein gutes Schreibgefühl hat.

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kleine Schrift ganz groß

Mehr als Papier
Der Schwerpunkt von GoodNotes liegt eigentlich auf dem Anfertigen von handschriftlichen Notizen. Diese „Mit-Schriften“, die man bei den meisten Vorlesungen anfertigt, sind ja auch sinnvoll. In Stichpunkten und kurzen Skizzen hält man Inhalte fest und kann dabei oder anschließend überprüfen, ob man den Stoff auch wirklich verstanden hat. Aber genügt da nicht Papier und Stift. Sicher. Altbewährt, preiswert, man wird nicht durch Technik abgelenkt usw. Dennoch lohnt es sich, einen Blick auf die Besonderheiten der Tablet-Apps zu werfen.

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Handschrift wird erkannt

Wer oft technische Zeichnungen in seine handschriftlichen Notizen aufnehmen muss, der wird von den Auto-Form-Möglichkeiten (1) GoodNotes angetan sein: ein krummer Strich wird zur Geraden, ein Oval mit einer Delle zum Kreis, das schräge Viereck zum Rechteck usw. Für die handschriftliche Erfassung (2) gibt es viele Besonderheiten: ein Zoom-Fenster mit Auto-Vorschub, ein Radierer, der von selbst wieder zum Stift wird, Farben, Schriftstärken, ein Lasso für das Verschieben von Elementen usw. usw. Ganz neu dabei: die sofortige Erkennung der Handschrift (3). Zwar übernimmt das später Evernote beim Archivieren, aber schon während des Schreibens kann so im gesamten Notizbuch gesucht werden. Auf Wunsch wird die Schrift auch konvertiert und z. B. über die Zwischenablage in eine Textverarbeitung übertragen. Und unkompliziert kann man jeden Screenshot oder jedes Fotos (z. B. vom Tafelaufschrieb) direkt im Notizblatt aufnehmen und annotieren (4).

Auf die Mischung kommt es an
Ein wesentlicher Gewinn solcher Tablet-Apps liegt darin, dass ich nicht mehr getrennte Dokumente aufbewahre. Die Information landet an genau der Stelle, an der ich sie benötige.

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eine neue Datei entsteht

 

Sprich: Ich kann meine handschriftliche Notiz genau nach Folie 10 einfügen, wenn in dieser Vorlesungssitzung die Folien 1 – 10 behandelt wurden. Das kann sowohl mit der eben beschriebenen digitalen Variante geschehen (1) als auch durch ein simples Foto meiner Papiernotiz oder des Tafelbildes (3). Und wenn mir noch zusätzliche Gedanken kommen, so genügt ebenfalls ein Fingertipp und man hat eine leere Seite „eingelegt“ (2), ähnlich wie in einem Ringbuch. Allerdings kann man in diesem Fall über die Thumbnail-Ansicht der verkleinerten Seiten die Blätter sehr schnell neu gruppieren, ordnen, in Kapitel unterteilen usw. Oder ausgewählte Blätter markieren, kopieren und zu einer eigenen PDF-Datei ordnen. Oder aus einer völlig anderen Datei z. B. Arbeitsblätter des Tutoriums an die passenden Stellen einfügen. Wenn ich sonst also die Wochen vor der Klausur neu überlegen muss, welcher Schriftstücke mit welchem Inhalt zu tun haben, kann ich diese Arbeit schon während des Semesters vorweg nehmen. Wenn man dann mit dem Ergebnis zufrieden ist, so nutzt man die Export-Funktion und schwupps ist die Sache in Evernote aufgehoben. Hat man dort seine Notizbücher und Schlagwörter gut strukturiert, sollte man alle Informationen – von Terminerinnerungen über Account-Daten bis zum fertig vorbereiteten Skript einschließlich der Ergebnisse aus Lerngruppen (z. B. über ein geteiltes Evernote-Notizbuch) – zur Hand haben, um eine Eins mit Sternchen zu erreichen 😉

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2 Antworten

  1. Alex sagt:

    Nur Blöd wenn der Prof. seine Vorlesungsfolien erst ein paar Tage nach der Veranstaltung hochlädt, „weil sonst niemand zur Vorlesung kommt“.

    Welche Alternative-App könnte man für Android empfohlen?

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