Strukturierte Notizen mit Remarkerbe anfertigen

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eine Browserergänzung, die es in sich hat

Ich habe ja versprochen, dass das Frühjahr einen kleinen Schwerpunkt im Bildungsbereich haben wird – daher heute wieder eine Funktion, die man in Schule und Studium besonders gut nutzen kann. Evernote bietet ja zahlreiche Möglichkeiten, um Inhalte von Webseiten zu „sammeln“: der Web Clipper, der vom Foto über Ausschnitte bis hin zu vollständigen Webseiten alles archiviert, Clearly, die Erweiterung, die Werbung und überflüssige Menüs ausblendet und den reinen Text an Evernote übergibt, die in Evernote eingebaute Screenshot-Funktion oder die Annotationsergänzung Skitch usw. usw.

Das sind zwar alles feine Funktionen für die rasche Recherche oder für Archivierungsvorhaben, aber um Information zu verstehen oder zu verarbeiten, muss man meist weitere Schritte unternehmen, z. B. das systematische Durcharbeiten des Materials. Wie nun, wenn man bereits auf der gefundenen Webseite direkt die Information nach verschiedenen Kriterien strukturieren und an Evernote übergeben könnte? Das ermöglicht der in Deutschland weithin unbekannte Dienst „Remarkebe“ auf eine ausgesprochene clevere Art und Weise. Sie benötigen noch nicht einmal einen Account, sondern können direkt mit einer kleinen Browsererweiterung (Firefox und Chrome, andere Browser mit Bookmarklet) die entsprechenden Ergänzungen vornehmen. Am einfachsten ist es, wenn man sich ein kleines Beispiel dazu ansieht.

Beispiel: Unterrichtstext

Dem sehr empfehlenswerten Angebot „Lehrer online“ habe ich die Webseite „Kampf der Kulturen“ für den Deutschunterricht entnommen. Die könnte man nun einfach via Web Clipper speichern. Wenn man aber mit einem kleinen Button die Remarkerbe-Erweiterung aufruft, so erscheinen eine ganze Reihe Tools für die Markierung von Textelementen:

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Tastenbefehle

Das Prinzip ist: Man markiert zunächst eine zentrale Textstelle und drückt dann eine der eingeblendeten Buchstabentasten, z. B. T für „Ausgangsfrage“. Mit weiteren Stellen auf der Webseite verfährt man ähnlich und kann z. B. eine Markierung für „Pro“, eine für „Kontra“, eine für „Antwort“, eine für „Beispiel“ usw. vergeben. Oder man markiert einzelne Begriffe und drückt jeweils „t“ für „Tags“ – das wird von Evernote als die Vergabe von Schlagwörtern zum Text interpretiert, so dass man diese nicht mehr gesondert in die Evernote-Felder eintragen muss.

Auf der Webseite erhalten die Markierungen unterschiedliche Farben und Buchstaben – hier ein „Q“ für „Question“ und „A“ für „Answer“:

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Markierungen

 

Unterschiedliche Darstellungsmöglichkeiten
Man könnte nun den derart markierten Text an Evernote übergeben. Aber wenn man den Blick auf das Wesentliche lenken möchte, so sollte man sich die Auswahl unter „Custom Save“ einmal anschauen: Remarkerbe hat nicht nur nur die Webseite von überflüssigen Elementen befreit (ähnlich, wie wir das von Clearly oder Pocket kennen), die Erweiterung hat auch selbst weitere Strukturelemente des Inhalts erkannt, z. B. Zwischenüberschriften oder Gliederungselemente. Man kann nun wählen, was man an Evernote übergeben möchte:

  1. Die bereinigte Seite mit Markierungen und dem vollständigen Text.
  2. Die Markierungen mit zusätzlichen Gliederungselementen der Seite.
  3. Ausschließlich die vorgenommenen Markierungen.

Durch einfaches Klicken auf die oberen Auswahlbuttons erhält man sofort die unterschiedlichen Ansichten angezeigt.

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Auswahl

Anzeige in Evernote

Man kann jederzeit zurück zur Original-Webseite schalten und weitere Änderungen vornehmen, auch das Löschen von Markierungen ist möglich. Die ausgewählte Variante wird schließlich an Evernote übergeben, samt Bereinigung, Schlagwörtern und Original-URL. So sieht unser Beispiel in Evernote aus:

 

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Notiz in Evernote

Farben, Einrückungen und Buchstabengrafiken bleiben erhalten.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten
Wenn man sich einmal näher mit der Erweiterung befasst hat, werden einem viele Anwendungsmöglichkeiten in den Sinn kommen: Vorarbeiten für die Gestaltung von Arbeitsblättern, das Erstellen von kompakten Informationen für neue Mitarbeiter, damit diese sich nicht durch hundert Webseiten wühlen müssen. Oder, wenn man daran denkt, dass Lernstrategien, zu denen das zielgerichtete Markieren von Textteilen gehört, in der 5. Klasse geübt werden: Warum nicht die Schüler im Browser einen längeren Text aufrufen lassen und schauen, ob sie die zentralen Fragestellungen oder Argumente des Inhalts erkennen? Das Erlernen von Sprachen, die Annotation von Code-Zeilen und … und … und …

Remarkerbe hat noch eine Reihe von weiteren Möglichkeiten, wie das Verschachteln unterschiedlicher Markierungen, das Hervorheben aktiver Auszeichnungen usw. Meiner Ansicht nach lohnt sich die kleine Lernkurve am Anfang, denn danach ist das Tools sehr leicht zu bedienen.

Noch ein Hinweis: Groß- und Kleinbuchstaben haben unterschiedliche Bedeutungen, z. B. ist „t“ für „Tags“ zuständig, „T“ hingegen für „Topic“.

 

 

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2 Antworten

  1. Birgit sagt:

    Wow, das ist richtig klasse, danke für den Tipp, kann ich gut gebrauchen.

  2. Jupp sagt:

    Tolles Werkzeug!
    Hat es jemand unter Safari auf dem iPad ans Laufen bekommen?
    Ich habe ein Bookmark mit dem Javascript angelegt. Nun kann ich das Script starten und am rechten Rande erscheint auch das Remarkerbe-Menü, aber die Eingabe der Steuerbefehle über meine BT-Tastaur wird ignoriert.
    Klappt es vielleicht mit einem anderen Browser auf dem iPad?

    Schade, denn der PC bleibt bei mir immer öfter aus und die Arbeit wird schnell auf dem ipad erledigt…

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