Süddeutsche: Wenn Journalisten testen …

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Klappt doch!

Zunächst: Es ist ja toll, wenn so ein bekanntes Medien wie die Süddeutsche heute unter dem Titel „Analog ist besser“ über Evernote und Moleskine berichtet. Allerdings ist der Autor [1] der Ansicht, dass die Zusammenarbeit nicht richtig klappt: Die Auflösung wäre nur auf dem Smartphone-Bildschirm kontrastreich, zu starke Nachbearbeitung des Fotos, Handschrift würde nicht erkannt usw. Das hat mich erstaunt, da so ziemlich alle bisherigen Tests, die man auf US-Seiten lesen konnte, recht gut klangen. Also ins Wohnzimmer, Moleskine-Päckchen geöffnet, ein paar Worte gekritzelt (und eine irre-tolle Zeichnung dazu 😉 ), mein iPhone 5 drüber gehalten, keine besonderen Lichtverhältnisse (Richtung Abend, kein zusätzliches Licht, kein Blitz), keine Nachbearbeitung – fertig.

Sticker wurde sofort erkannt, Kontrast finde ich in Ordnung – und wie man im Screenshot sieht, wird die Handschrift recht gut erkannt (mit dem „Ever“ konnte das Programm nichts anfangen, aber es kommt ja auch nicht auf jedes Wort an). So what? Das Ergebnis könnte man noch mit ein paar Einstellungen verbessern – aber mir ging es hier mal um einen „out-of-the-box“-Test – und den finde ich recht okay. Von App-Abstürzen habe ich auch nichts bemerkt – vielleicht hätte der Artikel-Autor sich einfach mal kurz ein Handy seines Kollegen leihen sollen. Nun, okay, ich arbeite weder für Moleskine noch für Evernote und hab‘ auch nichts dagegen, wenn man die Sachen kritisiert. Aber vielleicht sollte man sich doch noch mal einen zweiten Test gönnen … 😉

Ihr könnt den Scan mal in Euer eigenes Notizbuch übernehmen und testen – hier der Link.

[1] Pascal Paukner (folge ich schon länger auf meiner Ulmer-Twitter-Liste – @nullsummenspiel – also nix für Ungut, Pascal 🙂 )

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8 Antworten

  1. Pascal Paukner sagt:

    Vielen Dank für deine Anmerkungen zu meinem Artikel. Vermutlich haben wir einfach unterschiedliche Erwartungen: Wenn ein solches Produkt – zumal zu einem solchen Preis – auf den Markt kommt, finde ich, dass das zentrale Feature überzeugend funktionieren sollte. Für mich taugt das Ding nur, wenn im Alltag darauf Verlass ist, dass meine Handschrift zu 95 Prozent erkannt wird. Wenn ich ständig mehrmals fotografieren oder sogar den Inhalt nochmals abschreiben muss, ist das keine befriedigende Lösung. Leider lag die Erfolgsquote bei allen Testversuchen deutlich darunter. Und das liegt nicht an meiner Handschrift, wie dein Beispiel ja auch eindrucksvoll zeigt.

    • Herby sagt:

      Danke auch für Deinen Kommentar! Ja, das sind in der Tat unterschiedliche Erwartungen. Da es bei der Moleskine-Sache vor allem um die automatische Einordnung plus Tagging von Skizzen via Klebesticker geht (und die Tags werden ja 100 % gefunden), ist für mich die Handschriftenerkennung „nett“, aber ich brauche sie nicht vollständig. Via Notizbücher und dem Taggingsystem, das eine ausgereifte Suchsyntax zur Verfügung stellt, finde ich die Notizen auch so. (Abgesehen davon: Wenn du mir Handschriften-Apps nennen kannst, deren Erkennungsrate über 95 % liegt, stelle ich die gerne bei Gelegenheit im Blog vor.)

  2. Kay Zeisberg sagt:

    Leute, Leute, Leute,
    Moleskine funktioniert prima, aber die Verbissenheit mit der hier im wahrsten Sinne des Wortes VERZETTELUNG betrieben wird, verstehe ich nicht so ganz. Sorry, Meinungsfreiheit, ich tippe das, was mir einfällt, am liebsten direkt in Evernote ein. Ich speichere Bilder aus dem Web dazu, und, ja, manchmal auch eine gemalte Skizze. Aber die Zeit, Aufkleber zu positionieren oder mich zu erinnern, ob ich ’nen Zettel schon eingescannt oder ’ne Notiz schon eingezettelt habe, tut mir leid, habe ich nicht. Ich glaube sogar, dass Moleskine (das haptisch liebe), WhiteLines und Co (d. h. sicher auch bald Zweckform) den alten Zettel irgendwie retten wollen, aber nicht, weil wir ihn brauchen, sondern weil er noch für eine Weile Geld bringt. Also dann zum guten Schluss: Zum Thema Webforen habe ich mir gerade notiert: „Nicht so viel reden und schreiben…“ – ich hab’s einfach eingetippt. Zettellose Grüße, Kay

    • Herby sagt:

      Hm, das nennst Du „verbissen“? Es ging doch nur um zwei unterschiedliche Schwerpunkte in der Erwartungshaltung …

      • Kay Zeisberg sagt:

        Oh, sorry, ich wollte niemanden kränken! Aber in letzter Zeit ging es hier auf dieser tollen Seite sehr oft um diese ganzen „Zettelwirtschaft“, die doch im Grunde dem Prinzip der elektronischen / online Notizen entgegensteht. Mir schien es, dass da viel an „gegenseitiger Ergänzung“ herbeigeredet wird und war dann etwas aufgerieben, wenn nun wiederum irgendeinem Journalisten hinterhergeschrieben wird, welche Funktion er nicht richtig verstanden oder benutzt hat… – ich hatte das Gefühl, in ziemlich viel „Papier“ zu blättern…
        Aber es ist natürlich nicht mein Blog, nicht meine Seite, deshalb – es war nur eine Meinungsäußerung, und ich nehme das Wort „Verbissenheit“ zurück und ersetzte es duch „spielerische Abgelenktheit vom Wesentlichen“ 🙂
        Liebe Grüße, und ich freue mich auf die nächsten, praktischen Tipps, Kay

        • Herby sagt:

          Kein Problem – dazu sind Kommentare ja da, dass man sich austauscht 🙂
          Mit Moleskine ist es ähnlich wie mit dem iPhone 5: Die Sachen sind neu und werden in diesen Tagen ausgeliefert – also berichtet man mehr davon. In ein paar Wochen kennt es jeder, dann geht es wieder um andere Dinge.

          Den wirklichen Vorteil sehe ich darin, dass ganz neue Gruppen überhaupt auf Evernote aufmerksam werden und sich das Programm mal näher anschauen. Zwar gibt es ca. 1 Million deutsche Evernote-Accounts, aber wahrscheinlich hätten sehr viel mehr Leute dafür eine Verwendung.

          Und was „Papier“ an sich betrifft: Es gibt eben völlig unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten. Ich selbst bin auch eher der digitale Typ, aber nimm jemanden, der viele Skizzen macht – da ist Papier schlicht die Nr. 1, da kommt auch kein Tablet ran. Oder Meetings, bei denen man schnell etwas notieren muss – was ist simpler, als Stift und Papier? Oder Zeichnungen seiner Kinder. Oder … Für viele ist gerade das der Fortschritt, dass sie solche Informationen nun auch sehr einfach archivieren können.

  3. Werner sagt:

    Hy,
    meine bescheidene Meinung:
    Die Verbindung Moleskine – Evernote funktioniert bestens. Und wenn die Handschrifterkennung nicht richtig funktioniert, dann wird es wohl an meiner „Sauklaue“ liegen. Einfach etwas präziser schreiben und alles ist gut.

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