Unterwegs mit Evernote, Teil 2

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Evernote versteht Sie!

Um die Eingabe mit einer besonders flachen Tastatur hatten wir uns ja in Teil 1 der Reihe gekümmert. Heute soll es um zwei weitere Methoden gehen, die jenseits vom Schreibtisch sehr nützlich sein können.

1. Spracherkennung

Inzwischen hat die Spracherkennung unter Android (Google-Tastatur) bzw. iOS (Standard-Tastatur) eine derart gute Qualität erreicht, dass sie für die Eingabe von kurzen Evernote-Notizen auf beiden Systemen tauglich ist. Praktisch, wenn man beispielsweise abends ermüdet von vielen Tagungsbeiträgen noch die wichtigsten Stichpunkte rasch diktieren möchte. Allerdings gibt es auch Nachteile: natürlich muss man eine ruhige Ecke erwischen, alleine sein (oder riskieren, dass man komisch angeschaut wird) – und mit Fehlern leben können. Denn es wird nicht wirklich „Sprache“ erkannt, vielmehr richtet sich der produzierte Text nach statistischen Wahrscheinlichkeiten: Welche Tonfolgen ergeben meistens einen Zusammenhang und sinnvolle Texte. Auch ein Austausch mit Servern ist notwendig, so dass man offline nicht weit kommt. Dennoch – zum Spaß habe ich mal das iPad diktieren lassen – und das iPhone hat übersetzt. Klar, Eigennamen wie „Karl-Heinz Köpke“ sind da ein Problem – aber dennoch: wacker geschlagen.

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für lange Texte geeignet

Eigentlich benötigt man weder unter Android noch unter iOS eine zusätzliche App, denn man kann die Diktatfunktion ja direkt in einer Notiz starten. Aber einen Tick rascher geht es – zumindest unter iOS – dann doch: Im Video ist die neue Version von Drafts zu sehen, die folgende Vorteile hat:
1. Man kann das Text-Diktat direkt von einem Widget aus starten.
2. Man kann „lange“ Texte diktieren. Beim Tastaturdiktat unterbricht das System ja nach ein paar Absätzen, um sich mit den Servern auszutauschen. Bei Drafts gibt es zwar auch eine kurze Unterbrechung (1, 2 Wörter werden dann evtl. verschluckt), aber man kann fast „nahtlos“ diktieren.

Sogar einen Mikrofon-Button für seine Bluetooth-Tastatur kann man definieren – zusammen mit den vielen Evernote-Möglichkeiten (z. B. frei konfigurierbare Aktionen, Definitionen von eigenen Menüs), Zusammenarbeit mit Dropbox, Google Drive usw. usw. eine wirklich gelungene Sache!

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zusätzlicher Mikro-Button für externe Tastaturen

2. Audioaufnahmen

Dass auch unter optimalen Bedingungen die Spracherkennung nicht perfekt ist, haben wir gerade gesehen. In lauter Umgebung kann es sinnvoller sein, die Audi0aufzeichnung „pur“ anzufertigen und sich später noch einmal anzuhören. Eventuell möchte man auch die Atmosphäre des Urlaubsortes, der Wanderung, eines Lagerfeuers usw. dabei einfangen. Evernote hat schon immer eine Aufnahmefunktion – und die kann sogar noch ein paar Sachen mehr, als man auf den ersten Blick denkt.

So kann man beispielsweise sowohl während des Aufnahmevorgangs als auch beim Abspielen ungehindert in der gleichen Notiz schreiben, also etwa Zeitangaben und Stichpunkte notieren:

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Notizen während der Aufnahme oder während des Abspielens

Was wenig bekannt ist: Die Aufnahme „läuft weiter“ – auch außerhalb von Evernote. So kann man sich z. B. während der Evernote-Aufnahme in der Foto-App etwas ansehen und etwa ein Bild beschreiben:

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weitere Apps starten

Das klappt jedenfalls unter iOS ganz gut (evtl. auch unter Android?). Und natürlich kann man innerhalb einer Notiz mehrere Audio-Aufnahmen anfertigen.

Wenn man sehr wenig Zeit hat, hilft vielleicht eine weitere App, die ich bei Lars Bobach entdeckt habe: 4Memo. Damit können Audiodateien sehr rasch an Mail-Empfänger verschickt werden – und da Evernote über eine persönliche Mail-Adresse verfügt, kann man einen der Buttons entsprechend belegen. Natürlich kann man auch ganz andere Aufnahme-Apps einsetzen und die erzeugte Audio-Datei einfach über das Teilen-Menü in eine Notiz aufnehmen.

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2 Antworten

  1. Birgit sagt:

    Ich behelfe mir mittlerweile auch immer öfter mit der Sprachaufnahme durch die – wohlgemerkt – Google-Tastatur (Android). Die Sprach-/Texterkennung ist derart gut, Satzzeichen, neue Zeile – alles klappt, so dass ich jetzt sämtliche „Diktier-Apps“ wieder rausgeworfen habe. Keine einzige von denen kam an die gute Erkennbarkeit der Google-Tastatur ran. Wenn man deutlich und einen Ticken langsamer spricht als normal, funktioniert sie bei mir nahezu fehlerlos – auch bei Eigennamen. „Neue Zeile“ hakt manchmal etwas, aber das kann man dann ja manuell nachbessern.

  2. Matthias sagt:

    Morgen Herbert,

    Der Hinweis mit Drafts ist echt klasse! Dann kann ich meine E-Mails morgens nämlich bereits im Auto diktieren.

    Merci!

    Gruß
    Matthias

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