ownCloud in 3 Minuten einrichten und mit Evernote nutzen

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ownCloud ohne Vorkenntnisse nutzen

Fast alle Evernote-Anwender nutzen neben diesem Programm zusätzliche Online-Dienste wie z. B. Dropbox oder Google Drive. Für sensible Daten erfreut sich zunehmender Beliebtheit die kostenlose Anwendung ownCloud, die inzwischen sogar von Hochschulen und Forschungsinstituten genutzt wird (z. B. Sciebo in Nordrhein-Westfalen).

Besonderheiten von ownCloud

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Ansicht in der App

Der Vorteil gegenüber Dropbox & Co.: Man kann den „Standort“ für den Dienst selbst bestimmen, z. B. die Installation auf einem gemieteten Webspace in Deutschland oder sogar auf seiner Medienbox im heimischen Wohnzimmer vornehmen. Da Dropbox Pate stand, wird man sich sofort zurechtfinden: Dateien werden über Geräte hinweg synchronisiert, Links können mit Schreibrechten im Team geteilt werden, öffentliche Links können erzeugt werden usw. Es sind sogar einige Funktionen eingebaut, die Dropbox nur in der Bezahl-Version hat: freigegebene Links können mit einem Passwort und einem Verfallsdatum versehen werden. Weiterhin sind für Android und iOS Apps vorhanden, die sogar mehrere ownCloud-Installationen auf unterschiedlichen Servern verwalten können.

ownCloud ohne Installationsaufwand nutzen

Zwar ist es kein Hexenwerk, die Skripte von ownCloud selbst zu installieren. Allerdings muss man die Installation auch pflegen, Updates einspielen usw. Für viele Interessierte dürfte daher eine „Fix-und-fertig-Installation“ bei einem Serverbetreiber interessant sein. Oft gibt es kostenlose Angebote, die 2 – 5 GB Speicherplatz zur Verfügung stellen, aber auch 30 GB und mehr sind meist für kleine Münze (1 bis 2 Euro monatl.) zu haben.

Am Wochenende habe ich mal 10, 12 solcher Hoster mit Servern in Deutschland ausprobiert (umfangreiche Liste von Anbietern). Am besten gefallen hat mir https://ocloud.de/.Die dort versprochene „100-Sekunden-Anmeldung“ hat tatsächlich geklappt, Mailadresse genügt und man erhält 3 GB kostenlosen ownCloud-Serverplatz. Weitere Pluspunkte:

  • Server-Infrastruktur (Nürnberg und Vogtland) wird offengelegt.
  • Eingesetzte Verschlüsselung wird ausführlich erläutert.
  • Man kann die besonders sichere Variante oCloud wählen, bei der die Daten auf den Servern verschlüsselt werden und kein Wiederherstellungsschlüssel gespeichert wird (lt. oCloud der einzige Anbieter, der darauf verzichtet).

Zusammenarbeit mit Evernote

Evernote erkennt, ob die App auf Smartphone/Tablet installiert ist und bindet den Dienst für Dateianhänge in der Notiz ein. ownCloud wird dann in der Liste neben Dropbox, Google Drive usw. aufgeführt (Einzelheiten hier).

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ownCloud in Evernote

Damit kann man Dateien direkt von ownCloud in eine Evernote-Notiz aufnehmen. Natürlich klappt auch die umgekehrte Richtung: Öffnet man beispielsweise eine PDF-Datei in Evernote, so kann man diese über das gewohnte Teilen-Menü an ownCloud übergeben.

Sofern man mehrere ownCloud-Server nutzt, muss man vor dem Aufruf in der ownCloud-App den gewünschten Server aktivieren, was aber mit einem Fingertipp erledigt ist:

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mehrere Server nutzen

Fazit

Wer bisher nur von ownCloud gehört hat aber den Installationsaufwand scheute, der sollte mit einem der genannten Hoster einmal einen Versuch unternehmen. Je nach Anbieter sind auch zusätzliche Optionen integriert, z. B. die Vergabe von Schlagwörtern/Tags für Dateien, Kommentarfunktionen, Kalender- und Kontakt-Zusatz usw. Inzwischen ist sogar das gleichzeitige gemeinsame Arbeiten an Dokumenten möglich. Okay, nicht alles ist so elegant und flott, wie man es von Dropbox und Google Docs gewohnt ist. Aber bei den Basisfunktionen wird man nichts vermissen. Gerade für Teams, die mit datenschutzrechtlich sensiblen Dokumenten umgehen müssen, ist ownCloud mit Sicherheit einen Blick wert.

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13 Antworten

  1. Eric sagt:

    Hört sich ja gut an; ich werde mal schauen, ob mir oCLOUD gefällt. Danke!

  2. Eric sagt:

    Nun wird mir allerdings etwas mulmig. Habe mich angemeldet, Desktop-Version heruntergeladen und bin gerade im iTunes App Sotre, wo ich 2 negative Kritiken von letzter Woche lese, dass die App „ownCloud“ für 0,99 € abstürzt, sinnlos ist, Musik nicht übertragen werden kann und nur einzelne Dateien, aber nicht ganze Ordner geladen werden können.
    Hattest du diesbezüglich schon Erfahrungen gemacht? Oder muss ich dies jetzt für 99 Cent mal prüfen? 😉
    Eric

  3. Stefan sagt:

    Für datenschutzrechtlich sensible Daten einen Anbieter mit owncloud zu verwenden ist sicherlich einge gute Idee. Allerdings konterkariert der Vorschlag, diesen Dienst dann mit evernote zu verbinden diese Idee wieder. Evernote ist auch nur ein cloud-Dienste-Anbieter wie dropbox oder google – man weiß nichts darüber, wo die Daten gespeichert und wie sie gesichert sind. Meine Universität untersagt mit guten Gründen die Benutzung von evernote für dienstliche Belange. Ein Post zum Thema evernote und Datenschutz, das wäre auch mal ein wichtiges Thema!

    • Herbert sagt:

      Nun, dienstliche Belange – wenn es z. B. um personenbezogenbezogene Daten an einer Uni geht – gehören grundsätzlich nicht auf externe Server, auch nicht innerhalb von Deutschland. Da wird die Uni oder das Verwaltungsnetz oder das DFN hoffentlich genügend Speicherplatz haben 🙂 Was Zeitplanung, meine PowerPoint-Folien usw. anbetrifft – da sehe ich persönlich jetzt keine Probleme in den Serverstandorten. Generell ist Evernote deutlich besser aufgestellt, da die technische Struktur so angelegt ist, dass sich jeder Account quasi „in einer Kapsel“ befindet – es also keine Vernetzung der Daten gibt. Außerdem: Seit einigen Tagen beginnt der Umzug auf neue Server. Die sind zwar von Google gemietet – Google, Amazon, Microsoft betreiben neben den Consumer-Produkten, die der Privatmann kennt, Dienste für Unternehmen -, aber haben nichts mit Google-Datensammlungen zu tun. Dafür sind diese Server leistungsfähiger als es die bisherigen Server waren – und bieten vor allem die Möglichkeit der zusätzlichen Verschlüsselung auf den Servern, die Evernote nutzen wird. Der Umzug soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

  4. Charly sagt:

    Does this also work with Nextcloud?

  5. ich sagt:

    Warum sollte man, um keinen der „großen“ Cloud-Anbieter zu nutzen, einen „kleinen“ Cloud-Anbieter nutzen? Was ist der Vorteil von oCloud gegenüber Google & Co.?

    • Herbert sagt:

      Unterschied: Standort der Server und damit die rechtlichen Bedingungen, die in dem jeweiligen Land gelten. In Deutschland sind die Hürden für einen Datenzugriff recht hoch gesetzt, auch die Haftungsfrage eines Unternehmens lässt sich hier rechtlich präziser fassen und durchsetzen. Ein großer Teil der Google-Server (vielleicht der größte Teil) befindet sich in den USA, dort haben wir eine andere Rechtslage. (Okay, einen absoluten Schutz gibt es in keinem Land – da ist immer noch die beste Methode momentan eine End-zu-End-Verschlüsselung.)

  6. VolkerA sagt:

    Spontan dachte ich, klasse Tipp, aber was ja eine Cloud ausmacht, sind ihre (Web)-Apps. Sonst geht auch alles mit normalem Webspace. Ich mag Google-Apps schon sehr und will darauf nicht mehr verzichten. Und ich halte es bei Google gespeichert auch für sicherer, als auf irgendeinem Provinzserver ohne Redundanz gespeichert. Trotzdem werde ich es mal testen 😉

    • Herbert sagt:

      1. Zur Frage „Server-Redundanz“: Im Artikel befindet sich ja explizit ein Link zur Server-Infrastruktur. Dort ist u. a. zu lesen: „Sämtliche USV-Anlagen sind dabei redundant ausgelegt“ … und: „Vielfach redundante Anbindungen, darunter an den größten deutschen Austauschknoten DE-CIX …“ Auch die übrige Beschreibung entspricht aus meiner Sicht aktuellen Standards und hat nichts mit „Provinzservern“ zu tun. Aber wenn Du da andere Informationen hast …
      2. Ja, die Google-Angebote sind sehr gut, die Server-Hardware von Google ist bestimmt auch ausgezeichnet. Aber hier ging es um die Frage, ob es jemanden lieber ist, wenn der Serverstandort Deutschland ist – aus rechtlichen Gründen (höhere Hürden bei Gerichtsbeschlüssen, Haftungsfragen usw.). Das sind zwei unterschiedliche Themen.

  7. Winfried sagt:

    Leider ist bei ocloud nur noch 1GB kostenfrei, nicht 3.
    Bis 10 GB € 1,50 /Monat.

  8. Winfried sagt:

    Sorry. Hatte auf ocloud die owncloud gewählt. Bei ocloud/ocloud sind es 3 GB.

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