Worin die Konkurrenz besser ist als Evernote

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Es gibt inzwischen unzählige Varianten von Online-Notiz-Diensten. Viele wirken auch schicker und moderner als das an manchen Stellen schon ergraute Evernote (obwohl da in der letzten Zeit – etwas zögerlich – Verbesserungen vorgenommen wurden). Und dass einige dieser Evernote-Alternativen in bestimmten Punkten besser sind, in anderen dafür nicht – auch das ist weiter kein Problem. Aber in einem sehr zentralen Punkt ist Evernote schlicht und einfach nur Mittelmaß: Dem Speichern von Webseiten. Das ist ja eigentlich ein Kerngeschäft von einem „Gedächtnisdienst“, denn die Informationen auf Webseiten sind zentral.
Gut, als Evernote vor ein paar Jahren startete, war die Clipping-Funktion für Webinhalte durchaus akzeptabel. Man kannte kaum Alternativen. Aber inzwischen sind zwei zentrale Schwachpunkte nur noch hinnehmbar, weil Evernote in anderen Bereichen Vorteile hat.
Manko 1: Die Clipping-Funktion ist langsam. Egal, ob man den bei der Installation eingefügten Browserbutton oder das Javascript-Bookmarklet nimmt: bis sich der Kasten mit Eingabe-/Ankreuzfelder usw. aufgebaut hat, die Seite abgespeichert wurde, man zur nächsten Seite weiter gehen kann, vergehen – auch mit 50.000-er DSL – meist 10 – 12 Sekunden. Das klingt nach nicht viel, ist aber im heutigen Alltag des Surfers eine Ewigkeit. Diigo macht das besser: Sekundenbruchteil. Instapaper, Read it later: 2 Sekunden, Readability als Erweiterung: Sekundenbruchteil. Und selbst wenn man die größeren Konkurrenten wie z. B. Memonic nimmt, sind diese schneller, eigentlich auch Springpad, aber das kann man bei dieser Funktion nicht richtig vergleichen.

Manko 2: Die grauenhafte zerstückelte Textwüste, die aus einer Webseite fabriziert wird. Ja, es ist okay, die „Substanz“ einer Webseite bleibt als fortlaufender Text erhalten, einige überflüssige Dinge wie z. B. Werbebanner verschwinden auch – aber „hübsch“ sieht das alles nicht aus. Um Lichtjahre besser sind hier Instapaper oder Read it Later, Readability (dessen Technik ja auf Open Source basiert und von Evernote übernommen werden könnte) sowieso. Und wieder: Auch bei Memonic sieht es sauber und gut lesbar aus.

Mit beiden Punkten kann man „leben“. Demnächst werde ich hier auch zeigen, wie man mit einem neuen Bookmarklet Readability-formatierte Seiten direkt in Evernote speichern kann. Aber es ist nicht zu verstehen, dass Evernote seit Jahren an Schnick-Schnack-Features rumbastelt, sein Kerngeschäft aber nicht beherrscht.

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7 Antworten

  1. Jörg sagt:

    Witzig, was du als Kernaufgabe siehst. Für mich ist umgekehrt die Clipping-Funktion überflüssiger Schnickschnack… Kernbereich ist dafür die Speicherung von PDFs (Anleitungen, gescannte Schriftstücke usw.)

  2. Herby Hankog sagt:

    Die Archivierung von Dokumenten finde ich ebenfalls zentral – und darin ist Evernote deutlich besser als seine Konkurrenten. Dieses Gebiet ist auch seine entscheidende Stärke. Aber das Speichern von Web-Informationen gehört dazu – denn was nützt mir z. B. eine Tagungsvorbereitung, für die ich zwar meine PowerPoint- und PDF-Dokumente in Evernote habe, aber Zugverbindung, Hotellageplan usw. mit einem anderen Dienst sammle, weil der schneller ist? Evernote hat daher selbst in seinen Werbe-Videos das Sammeln von Web-Informationen als besonderen Pluspunkt hervorgehoben. – Mit „Schnick-Schnack“ meinte ich eher die permanenten Mini-Updates des diversen Clients, wie z. B. das Einfügen des neuen Menüpunkts „Notizen“, neue Sortieroptionen usw.<o:p></o:p>Von: Posterous [mailto:

  3. Das Weib sagt:

    Ich bin ja heftiges Evernotefangirl seit gut 4 Jahren. Memonic kannte ich gar nicht und ich muß sagen: WOW.Heftiges WOW.Ich erwäge ernsthaft einen Wechsel, ich muß nur den Desktopclient testen.

  4. Herby Hankog sagt:

    Ausprobieren ist sicher nicht verkehrt – wobei mir persönlich Memonic zu eingeschränkt wäre. Ich muss z. B. mit dem Smartphone rasch ein Foto machen und zu meinem Archivtool schicken können. Auch zu beachten: Der Preis. Sehr viele Evernote-Nutzer kommen über Jahre mit der üppig ausgestatteten kostenlosen Version klar. Memonic stellt gratis 100 Notizschnipsel zur Verfügung – danach werden Gebühren fällig.

  5. Jochen Bake sagt:

    Ich nutze auch Memonic trotz eines Evernote Acount. Bei Memonic gefällt mir die Clipping Funktion richtig gut.

  6. Gab sagt:

    Ich kannte Memonic auch nicht und bin vom ersten Eindruck auch mehr als begeistert. Ein direkten Vergleich zu Evernote fände ich sehr interessant 🙂

  7. Daniel sagt:

    Danke, hab mich nach einigen Tests dennoch für Evernote entschieden. 😉 Die Importfunktion aus dem Google Notebook war für den Umzug zwingend notwendig.lg, Daniel

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